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Premierekritik 14.April 2018

Hat Helmut Rahn nur auf seine Schwiegermutter gezielt?

WAZ Leonie Freynhofer

Immer auf dem Punkt: Leslie Sternenfeld (li.) und Robert Pfeffer am Samstag, 14. April 2018 beim „Partnerlausch“ im Gemeindehaus am Steinhügel.

WITTEN.  Bei „Kultur auffem Hügel“ reiste das Duo „Partnerlausch“ zur WM 1954. Robert Pfeffer und Leslie Sternenfeld erzählen von furiosen Fehltritten.

Im vollen Gemeindesaal ging am Samstagabend in Heven die Veranstaltungsreihe „Kultur auffem Hügel“ bereits in die 171. Runde. Fast jeden Monat zeigen Kabarettkünstler ihr Können. Diesmal haben Robert Pfeffer und Leslie Sternenfeld das Publikum bei „Partnerlausch“ auf eine Reise voller Fehltritte mitgenommen, ins Möbelhaus, auf den Fußballplatz oder auf den Landsitz des Ehepaares von Ruhwedel.

Pfeffer und Sternenfeld begleiten die Zuschauer zurück ins Jahr 1954, das Jahr, in dem Deutschland in Bern Fußballweltmeister gegen Ungarn wurde. Ein Spieler ist auch den beiden Künstlern nicht mehr aus dem Kopf gegangen: Helmut Rahn, der Held des Wunders von Bern. In einem Wettstreit um einen Fußballpokal setzen Pfeffer und Sternenfeld genau dann einen Schnitt in das Fußballgeschehen, als Rahn zum Schuss ansetzen will. Ab dort schreiben die Künstler ihre eigenen Fassungen. Da gibt es Spiezi, den Hausgeist, der im Mannschaftshotel in Spiez am Thunersee wohnt. Er weiß beispielsweise, warum Rahn genau in die linke untere Ecke geschossen hat. „Die Schwiegermutter saß hinter dem Tor. Sie war der Grund dafür“, erklärt Pfeffer als Hausgeist Spiezi. Oder war es doch ganz anders, und die Spieler der deutschen Mannschaft brauchten einfach nur einen Meter lange Stollen, wie in Sternenfelds Fassung, um nicht auf dem nassen Rasen auszurutschen?

Fehltritte passieren nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern überall im Leben. „Wahre Helden können scheitern“, so drückt es Sternenfeld aus und nennt ein Beispiel: „Vielleicht musste auch Jesus erst scheitern, um zum Erfolg zu kommen. Vielleicht ist er ja erst am dritten Tag auferstanden, weil es an den ersten beiden nicht geklappt hat.“

Paraderolle als Ehepaar von Ruhwedel

Mit Pfeffer und Sternenfeld stehen am Samstag zwei sehr talentierte und authentische Künstler auf der Bühne. Die beiden zeigen nicht nur, dass wahre Schreibtalente in ihnen stecken. Auch ihre schauspielerischen Begabungen kommen zum Vorschein. Mit verschiedensten Akzenten, ob polnisch, österreichisch oder bayerisch, tragen sie ihre Geschichten in einstudierten Rollen vor. Höhepunkt für das Wittener Publikum „auffem Hügel“ ist die Geschichte vom Ehepaar von Ruhwedel. Dafür packen Sternenfeld und Pfeffer eine schwarze und eine blonde Perücke aus, um noch besser in „Winfried“ und „Hildegard“ schlüpfen zu können.

Aber auch gesanglich können die beiden Künstler punkten. Mit dem Song „True love will never fade“ zeigen sie, was ihre Stimmen zu bieten haben und führen so als nächstes in die Geschichte eines Mannes ein, der seine Exfreundin Britta wieder zurückgewinnen will. Diese hat ihn nämlich mit dem „Aus-Blick“ abserviert. „Wer versteht schon die Frauen? Einen Studiengang müsste es über sie geben, 30 Semester und am Ende trotzdem nur fünf Prozent, die bestehen“, weiß Sternenfeld die Verzweiflung des Mannes zu beschreiben. Belohnt wurde das Duo „Partnerlausch“ mit vielen Lachern und viel Applaus.

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